Palau de les Arts Reina Sofia: Strauss' Salome
Valencia, Palast der Künste Reina Sofia — Sala Principal
Über die Veranstaltung
Musikdrama in einem Akt
Libretto von Richard Strauss
nach Hedwig Lachmanns deutscher Übersetzung von Oscar Wildes „Salomé“
Uraufführung: 9. Dezember 1905 im Königlichen Opernhaus, Dresden
Salome: un Nuevo Testament nihilista.
Oscar Wilde schrieb das biblische Drama „Salome“ auf Französisch, während er in Torquay lebte, inspiriert von Gustave Moreaus Gemälde der hebräischen Prinzessin. Das Werk, verfasst in hochpoetischer Prosa, war nicht für die berühmte französische Schauspielerin Sarah Bernhardt geschrieben worden, obwohl sie sicherlich darum gebeten hatte, es aufführen zu dürfen. Wilde entschied sich aus persönlichen und strategischen Gründen für Französisch, da es im viktorianischen Großbritannien nicht möglich war, biblische Themen auf die Bühne zu bringen. Richard Strauss lernte das Drama bei dessen Uraufführungen in Deutschland kennen, in einer Übersetzung von Hedwig Lachmann, einer Dramatikerin und der ersten Verfasserin des Librettos, das Strauss anschließend auf ein Drittel seiner ursprünglichen Länge kürzte. Der Komponist wollte den philosophischen Nihilismus im Sinne Nietzsches bewahren, den Wilde mit seiner dekadenten Affektiertheit verziert hatte. Salome ist ein Wagner’sches Neues Testament, die Läuterung von Wagners Parsifal. Doch trotz Strauss’ Wunsch, über den Wagner’schen Weg hinauszugehen, blieben die Überreste seiner Strukturen in der Architektur dieser neurotischen sinfonischen Dichtung erhalten, die mit einem blutigen Liebestod endet, den die titelgebende Figur dem geliebten und heiligen Kopf des Täufers singt.
Strauss’ sinnliche und perverse Salome kehrt in einer Originalinszenierung der Scala an Les Arts zurück, konzipiert von Damiano Michieletto, dessen Werke Il viaggio a Reims, Don Giovanni, La damnation de Faust und L’elisir d’amore alle erfolgreich im Hauptsaal aufgeführt wurden. Diese Inszenierung des derzeit visionärsten italienischen Regisseurs ist eine der eindrucksvollsten seiner Karriere, reich an Symbolik und mit einer visuellen Kraft, die der von Vida Miknevičiūtė gespielten biblischen Figur ein zeitgenössischeres Bild verleiht. Die litauische Sopranistin, die für ihr außergewöhnliches Gesangstalent und ihre Fähigkeit, die emotionale Komplexität der Salome zu vermitteln, bewundert wird, hat sich als führende Interpretin dieser umstrittenen Rolle etabliert und kann auf mehr als 50 Aufführungen in den Opernhäusern von Wien, München und Berlin sowie an der Scala zurückblicken, wo sie bereits in derselben Inszenierung zu sehen war. Sie wird von renommierten Künstlern wie John Daszak (Herodes), Michaela Schuster (Herodias) und Nicholas Brownlee begleitet und von James Gaffigan dirigiert.
Programm
- Richard Strauss – Salomé
Adresse
Palast der Künste Reina Sofia, Avenida del Professor López Piñero, 1, Valencia, Spanien — Google Maps