Bloomsbury‐Festival: „Sounding the Archive“: Die Tagebücher von Emily Penrose
London, Conway Hall — Main Hall
Über die Veranstaltung
Ilenia Cipollari verwebt Archivtexte mit mittelalterlicher und mediterraner Polyphonie, um Erinnerung, Auslöschung und die lebendige Stimme zu erforschen.
Diese Performance entstand während eines Forschungsaufenthalts an der British School at Athens und konzentriert sich auf die Tagebücher von Emily Penrose aus dem Jahr 1887. Dabei wird untersucht, wie Frauenstimmen innerhalb institutioneller Geschichtsschreibungen erscheinen, verschwinden und wieder auftauchen. Die Stimme wird dabei sowohl als Archiv als auch als Begegnung behandelt; das Stück ist eine minimalistische Lesung im Sitzen, verwoben mit Vokalmusik. Archivfragmente werden mit korsischen und epirotischen Polyphonien, italienischen Migrationsliedern und Gesängen von Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert verflochten. Unterstützt vom grundlegenden Bordun einer Shruti‐Box fordert dieses traumabewusste Werk das Publikum auf, Präsenz über Perfektion zu stellen, und schafft so einen vorübergehenden gemeinsamen Raum für gemeinsames Atmen und Zuhören über die Zeit hinweg. Emily Penrose war Historikerin, Wissenschaftlerin, Rektorin von drei Colleges und maßgeblich an der Zulassung von Frauen an der Universität Oxford in den 1920er Jahren beteiligt.
Adresse
Conway Hall, 25 Red Lion Square, London, Großbritannien — Google Maps