Belgisches Nationalorchester, Schønwandt & Steckel
Brüssel, Palais des Beaux‐Arts — Henry le Boeuf Hall
Über die Veranstaltung
Der Abend beginnt mit Hector Berlioz’ „Römischem Karneval“: Brillanz, Theatralik und sprudelnde Energie. Das Orchester präsentiert verspielte Klangfarben und überschwängliche Dynamik in einem französischen Fest, das vor Vitalität und Pracht nur so strotzt. Im Cellokonzert „Before We Fall“ erkundet Anna Thorvaldsdottir eine Welt voller Spannung und Verletzlichkeit. Das Solocello konkurriert nicht mit dem Orchester, sondern ist in dieses eingebettet: eine Stimme, die ausbalanciert, sucht und den Zuhörer tief bewegt. Julian Steckel verleiht dieser Musik eine intensiv körperliche Präsenz mit einem Hauch silbriger Brillanz. Nach der Pause betritt Béla Bartók mit seinem Konzert für Orchester die Bühne – eine Hommage an kollektive Kraft, rhythmische Präzision und kompromisslose Energie. Unter der Leitung von Michael Schønwandt entfaltet sich dieses „Friday Masterpieces“-Konzert mit dem Orchester in der Hauptrolle: kühn, virtuos und voller Feuer. Ilya Gringolts verleiht dieser Stimme eine Intensität, die man unmöglich ignorieren kann. Nach der Dunkelheit kommt das Licht – wenn auch zaghaft – in Robert Schumanns Zweiter Symphonie. Kein triumphaler Sieg, sondern eine hart erkämpfte Rückkehr zu Freude und innerer Ausgeglichenheit. Unter der Leitung von Jesko Sirvend lässt dieser Abend Fragen offen und ist gerade deshalb umso bewegender.
Adresse
Palais des Beaux‐Arts, Rue Ravenstein 23, Brüssel, Belgien — Google Maps