Belgisches Nationalorchester, Halls & Vlaams Radiokoor
Brüssel, Palais des Beaux‐Arts — Henry le Boeuf Hall
Über die Veranstaltung
Die Konzertreihe „Echoes of Brussels“ springt auf der Zeitachse der Hauptstadt hin und her und stellt unvergessliche Werke und Persönlichkeiten in den Mittelpunkt.
Dieses Konzert bildet den festlichen Höhepunkt eines intensiven Strawinsky‐Wochenendes. „Chant funèbre“, das früheste erhaltene Orchesterwerk des Komponisten, ist eine zurückhaltende Hommage an seinen Lehrer Rimski‐Korsakow. Die Musik entfaltet sich wie ein zitternder Trauerzug: dunkel im Klang, sparsam in der Gestik und doch voller emotionaler Intensität. In der „Psalmen‐Sinfonie“, die 1930 hier im Centre for Fine Arts ihre Weltpremiere feierte, wendet sich Strawinsky dem Sakralen zu. Keine romantische Hingabe, sondern ein strenger, kollektiver Ausdruck des Glaubens. Stimmen und Orchester verschmelzen zu einer mystischen Präsenz, geprägt von Wiederholung, Einfachheit und archaischer Kraft. Zum Finale stürmt „Petruschka“ auf die Bühne. Was als lebhaftes Volksfest beginnt, entwickelt sich zu einem halluzinatorischen Tanz aus Masken, Marionetten und zerbrochener Menschlichkeit. Der Rhythmus treibt die Handlung voran, Farben blitzen auf, und Ironie und Tragödie verflechten sich. Ein letztes Mal an diesem Wochenende führt Matthew Halls die gesamte Prozession an, begleitet vom Vlaams Radiokoor. Wir schließen, wie Strawinsky es beabsichtigt hat: scharf, lebhaft und unverkennbar disruptiv.
Adresse
Palais des Beaux‐Arts, Rue Ravenstein 23, Brüssel, Belgien — Google Maps