Gran Teatre del Liceu: War Requiem – Benjamin Britten
Barcelona, Gran Teatre del Liceu — Sala Principal
Über die Veranstaltung
Erleben Sie einen bezaubernden Abend voller Musik und Besinnung im renommierten Gran Teatre del Liceu mit der Aufführung von Benjamin Brittens „War Requiem“.
Es gibt Werke, die man nicht nur hört, sondern auch atmet, durchlebt und die schließlich zu einer Geste des kollektiven Gedächtnisses werden. Das „War Requiem“ von Benjamin Britten gehört zu jener seltenen Liste von Werken, die seit ihrer Entstehung im Jahr 1962 nicht dazu gedacht waren, den Zuhörer zu bewegen, sondern eine klaffende Wunde im Gewissen der Welt zu reißen.
Mit der Aufführung im Liceu beginnt Jonathan Nott seine Amtszeit als Chefdirigent mit einem Akt von tiefer Symbolik: einer Hommage an die Kraft der Musik als Raum für Protest, Mitgefühl und Hoffnung.
Nott, bekannt für seine analytische Klarheit und eine Sensibilität, die Präzision und Transzendenz zu vereinen vermag, taucht in diese monumentale Partitur ein, in der Überzeugung, dass Britten kein Requiem für die Toten, sondern für die Lebenden schreibt. Sein Dirigat, stets detailbewusst und doch offen für dramatische Weite, bringt die beiden Seelen des Werks zum Vorschein: die feierliche lateinische Liturgie – mit ihrem Echo aus Jahrhunderten – und die erschütternden Gedichte von Wilfred Owen, einem jungen Dichter, der im Ersten Weltkrieg fiel. Zwischen diesen beiden Polen entfaltet sich ein Kampf, der nicht militärischer, sondern moralischer Natur ist: der Kampf um die Bewahrung der Menschlichkeit inmitten des Grauens.
Das Liceu wird so zu einem Klangtempel, in dem drei Welten zusammenfließen: der große Chor, der die Stimme des Volkes verkörpert der Kinderchor, zerbrechlich und strahlend wie ein Versprechen für die Zukunft und die Solisten, die das intime Drama des in die Tragödie verstrickten Einzelnen verkörpern.
Das „War Requiem“ bietet keinen einfachen Trost. Britten lässt gefallene Feinde miteinander sprechen, offenbart die Zerbrechlichkeit von Gewissheiten und erinnert uns daran, dass Krieg, in welcher Form auch immer, nur Verwüstung hinterlässt. Doch gleichzeitig deutet er ein Licht an: jenen schmalen Spalt der Menschlichkeit, der selbst in der dunkelsten Nacht fortbesteht. Jonathan Nott vermittelt damit eine beredte Botschaft: Das Theater ist, wie die Kunst, ein Raum, um sich dem Schmerz zu stellen und sich mit Klarheit und Mut eine andere Zukunft vorzustellen.
Künstler
| Dirigent: | Jonathan Nott |
|---|---|
| Orchester: | Symphony Orchestra Gran Teatre del Liceu |
| Chor: | Chorus Gran Teatre del Liceu |
| Bariton: | Christian Gerhaher |
| Tenor: | Allan Clayton |
| Choirmaster: | Pablo Assante |
| Sopran: | Irina Lungu |
Adresse
Gran Teatre del Liceu, La Rambla, 51‐59, Barcelona, Spanien — Google Maps