Gran Teatre del Liceu: NumEros — Compañía Nacional de Danza
Barcelona, Gran Teatre del Liceu — Sala Principal
Über die Veranstaltung
Im Herzen von Barcelona gelegen, wird das berühmte Gran Teatre del Liceu Schauplatz einer exquisiten Aufführung sein, die Tanzbegeisterte und Kunstliebhaber gleichermaßen verzaubern wird.
Das „ Compañía Nacional de Danza “ kehrt auf die Bühne des Gran Teatre del Liceu zurück, um ein Dreifachprogramm zu präsentieren: „NumEros“. Eine einmalige Gelegenheit, drei choreografische Werke von drei absoluten Meistern der Choreografie des 20. Jahrhunderts zu erleben: George Balanchine, der das Ballett des 20. Jahrhunderts neu definierte und es in eine bewegte Architektur verwandelte, in der Musik zum Raum und der Körper zur reinen Struktur wird; William Forsythe, der die klassische Sprache bis an ihre Grenzen dekonstruierte und sie in ein Forschungsfeld über den Körper, die Geometrie und das zeitgenössische Denken verwandelte; und schließlich Jacopo Godani, der dieses Erbe zu einer extremen körperlichen und visuellen Intensität geführt hat, in der mathematische Präzision mit einer viszeralen und radikal zeitgenössischen Energie koexistiert.
„NumEros“ ist ein Titel, der aus der kreativen Reibung zwischen zwei scheinbar gegensätzlichen, sich jedoch zutiefst ergänzenden Konzepten entstanden ist: Numen und Eros. Eros ist der verkörperte Lebensimpuls, die begehrende Kraft, die den Körper durchströmt und ihn in Bewegung versetzt – er ist kreative Energie, körperlicher Trieb, Exzess und Notwendigkeit. Numen hingegen bezieht sich auf das Immaterielle: die unsichtbare Präsenz, die poetische Inspiration, eine immanente Spiritualität, die über den Willen des Darstellers hinausgeht und die Geste jenseits bewusster Kontrolle lenkt. Wenn diese beiden Pole aufeinandertreffen, entsteht NumEros – ein Begriff, der auch an die Zahl als Prinzip der Ordnung erinnert, als verborgenes Muster, das Bewegung strukturiert und ihr Gestalt verleiht. Das Programm schlägt somit eine Verknüpfung zwischen Begehren, Inspiration und Struktur vor – drei wesentliche Dimensionen der kreativen Erfahrung im Tanz.
Ausgehend von diesem Konzept vereint das Programm Werke von drei Choreografen, die ein rigoroses, formales choreografisches Denken entwickelt haben, das tief mit numerischen Strukturen verbunden ist. In ihren Stücken wird die Choreografie als Spannungsfeld zwischen dem Rationalen und dem Körperlichen konstruiert, zwischen dem, was messbar ist, und dem, was irreduzibel bleibt. Proportionen, Wiederholungen, Permutationen und Sequenzen fungieren nicht als einfache Kompositionsschemata, sondern als Bereiche, die vom Körper aus erlebt werden. Der Körper führt keine Formen aus, sondern verkörpert sie, verändert sie und bringt sie ins Wanken. Tanz wird so zu einem Prozess, in dem mathematische Präzision auf den Exzess des Begehrens trifft und formale Abstraktion auf die affektive Kraft der Geste.
NumEros ist Teil einer choreografischen Tradition, in der der Körper in Bewegung gedacht wird. Das Ergebnis ist eine Erfahrung, in der die Zahl den Körper nicht einschränkt, sondern ihn zum Schwingen bringt.
Künstler
| Orchester: | Symphony Orchestra Gran Teatre del Liceu |
|---|---|
| Tanzkompanie: | Compañía Nacional de Danza |
| Klavier: | Gustavo Díaz‐Jerez |
| Dirigent: | Daniel Capps |
Adresse
Gran Teatre del Liceu, La Rambla, 51‐59, Barcelona, Spanien — Google Maps