Gran Teatre del Liceu: Dudamel dirigiert „Scheherazade“
Barcelona, Gran Teatre del Liceu — Sala Principal
Über die Veranstaltung
Tauchen Sie ein in die bezaubernde Welt der klassischen Musik, wenn der renommierte Dirigent Gustavo Dudamel Rimski‐Korsakows „Scheherazade“ im prestigeträchtigen Gran Teatre del Liceu zum Leben erweckt.
„Tausendundeine Nacht“, eine Legende, die mittelalterliche Geschichten aus dem Orient zusammenfasst, die während des Goldenen Zeitalters des Islam auf Arabisch gesammelt wurden, ist die perfekte Metapher für das Geschichtenerzählen als Form des Widerstands. Mit demselben Impuls schuf Rimski‐Korsakow „Scheherazade“, eine symphonische Dichtung, in der die Musik zu einer Stimme wird, die mit List und Licht der Dunkelheit trotzt.
Mit Dudamel am Pult wird das Orchester zu einem Gewebe aus aufeinanderfolgenden Wellen: die Sinnlichkeit der Solovioline, die Feierlichkeit der Holzbläser, das orchestrale Relief, das imaginäre Häfen heraufbeschwört, Stürme, die hervorbrechen, und Oasen, die sich wie Trugbilder öffnen.
Diese Interpretation gewinnt dank des Films von Shirin Neshat, einer Künstlerin, die Exil, Identität und Stille in ästhetisches Material verwandelt hat, noch an Intensität. Ihre Bilder illustrieren die Musik nicht, sondern treten mit ihr in einen Dialog: Gesichter, die aus den Schatten auftauchen, Wüsten, die wie leere Seiten atmen, Schriftzeichen, die die Haut durchziehen, und eine Weiblichkeit, die zugleich Stärke und Verletzlichkeit ausstrahlt. Neshat erschafft ein visuelles Universum, in dem Scheherazade keine mythische Figur ist, sondern eine zeitgenössische Stimme, die in einer zersplitterten Welt die Kraft des Erzählens zurückerobert.
In dieser Begegnung, einer Koproduktion des Gran Teatre del Liceu und der New York Philharmonic, werden Musik und Bild zu zwei Ufern desselben Flusses. Dudamel gestaltet den klanglichen Diskurs mit einer fast filmischen Plastizität, während Neshat eine Poetik webt, in der Körper, Blick und Wüste zu Metaphern für einen Kampf werden, der bis heute andauert.
So wirkt Scheherazade nicht als orientalistischer Exotismus, sondern als Meditation über die Kraft des Erzählens: jener Faden, der uns in Zeiten der Unsicherheit zusammenhält, jene Stimme, die lebendig bleibt, solange jemand zuhört. Eine Einladung, sich daran zu erinnern, dass Schönheit – wenn sie mit Wahrheit gesprochen wird – uns noch immer retten kann.
Programm
- Nikolai Andrejewitsch Rimsky‐Korsakow – Scheherazade, op. 35
- Nikolai Andrejewitsch Rimsky‐Korsakow – Capriccio Espagnol, op. 34
- Modest Petrowitsch Mussorgski – Una nit a la muntanya pelada (orchestration by Rimsky‐Korsakov)
Künstler
| Dirigent: | Gustavo Dudamel |
|---|---|
| Orchester: | Symphony Orchestra Gran Teatre del Liceu |
| Countertenor: | Cameron Shahbazi |
Adresse
Gran Teatre del Liceu, La Rambla, 51‐59, Barcelona, Spanien — Google Maps