Gran Teatre del Liceu: Die Capulets und die Montekis
Barcelona, Gran Teatre del Liceu — Sala Principal
Über die Veranstaltung
Erleben Sie einen außergewöhnlichen Abend im Gran Teatre del Liceu, wo Vincenzo Bellinis fesselnde Oper „Die Capulets und die Montecchi“ aufgeführt wird.
Lyrische Tragödie in zwei Akten
Libretto von Felice Romani
Eine neue Interpretation des Mythos von Romeo und Julia, die die Liebe in einer von Stolz und Gewalt geprägten Welt zu einer fast schon sakrilegischen Geste macht.
Mit „I Capuleti e i Montecchi“ bietet Bellini eine neue Sichtweise auf den Mythos von Romeo und Julia und verwandelt die Liebe in einer von Stolz und Gewalt geprägten Welt in eine fast schon sakrilegische Geste. Allex Aguileras Inszenierung für die Opéra Royal Wallonie‐Liège kommt unter der musikalischen Leitung von Riccardo Frizza an das Liceu, mit Lisette Oropesa und Raffaella Lupinacci, zwei führenden Persönlichkeiten der heutigen Belcanto‐Szene.
Die Oper entfernt sich von der Romantik Shakespeares und reiht sich stattdessen in die italienische Tradition des Konflikts zwischen rivalisierenden Fraktionen ein, in der Hass eher ein Schicksal als ein Umstand ist. In diesem spannungsgeladenen Umfeld wird die heimliche Liebe zwischen Giulietta und Romeo zu einer Kraft, die gesellschaftliche Normen in Frage stellt. Für ihre Umgebung ist ihre Liebe fast schon ein Vergehen, ein Bruch in der etablierten Ordnung. Liebe ist heilig, weil sie frei ist, doch sie wird als Sakrileg wahrgenommen, weil sie die Werte in Frage stellt, die die Familienehre stützen.
Bellini verwandelt diesen Konflikt in Musik, die vor Zartheit nur so strotzt. Seine langen, ätherischen Melodien scheinen die Zeit selbst anzuhalten, als wollten sie die Liebenden vor einer Welt schützen, die sie verurteilt, bevor sie ihnen überhaupt zugehört hat. Diese intime Klangwelt macht das Drama zu einer Reflexion über Verletzlichkeit, Widerstandskraft und den Wunsch, inmitten des Chaos die Wahrheit zu finden.
Das Ende, geprägt vom Selbstmord der beiden jungen Liebenden, erhält eine rituelle Bedeutung: ein letzter Akt der Treue, den die Welt nicht verstanden hat. Der Tod wird so zu einem Ort der endgültigen Vereinigung, an dem das Leben ihnen die Möglichkeit verwehrt hat, einander frei zu lieben.
Allex Aguileras Inszenierung erforscht Julias tragische Emanzipation anhand einer kraftvollen visuellen Metapher: von der Kiste, die gesellschaftliche Konventionen symbolisiert, bis hin zur Wasserfläche im vorderen Bühnenbereich, die an das tragische Schicksal zum Untergang verurteilter Helden erinnert. Diese aquatische Szenografie erzeugt erhabene Spiegeleffekte und bietet der Heldin eine verhängnisvolle Befreiung, in der die Mythen von Narziss und Ophelia nachhallen.
I Capuleti e i Montecchi: ein inszeniertes Gebet, in dem die Liebe inmitten des Lärms des Konflikts nach ihrer eigenen Stille sucht.
Programm
- Vincenzo Bellini – I Capuleti e i Montecchi
Besetzung / Stab
Capellio
Alejandro López
Giulietta
Lisette Oropesa 30. Oktober sowie 2., 5., 8. und 11. November
Marina Monzó 7. und 10. November
Romeo
Raffaella Lupinacci 30. Oktober sowie 2., 5., 8. und 11. November
Caterina Piva 7. und 10. November
Tebaldo
Iván Ayón‐Rivas 30. Oktober sowie 2., 5., 8. und 11. November
Omar Mancini 7. und 10. November
Lorenzo
Marko Mimica
Adresse
Gran Teatre del Liceu, La Rambla, 51‐59, Barcelona, Spanien — Google Maps