Järvi, Kristjan

Kristjan Järvi, der Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters, zählt zu den vielseitigsten Musikern unserer Zeit. Er wurde in Tallinn in Estland geboren, übersiedelte aber schon als Kind mit seiner Familie nach New York, wo er musikalisch in der vielfältigen Szene Manhattans aufwuchs. Er studierte an der Manhattan School of Music Klavier (bei Nina Swetlanowa) und Dirigieren, sein Interesse erstreckte sich aber über den klassischen musikalischen Bereich weit hinaus. Dank seiner europäischen Herkunft und seiner Ausbildung in Amerika verkörpert er in seinem musikalischen Wirken gleichzeitig die Alte und die Neue Welt. Diese Dualität kommt auch in seiner Doppelfunktion als Chefdirigent der Tonkünstler und des 1993 von ihm in New York gegründeten Absolute Ensembles zum Ausdruck.

Mit dem Absolute Ensemble pflegt Järvi Musik vom Barock bis zum Rock und gastiert regelmäßig bei den wichtigsten Festivals und in den Musikzentren rund um die Welt. CD-Aufnahmen Järvis mit dem Absolute Ensemble wurden für den Grammy Award nominiert und mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Als Orchesterdirigent wirkte Järvi drei Jahre als Assistent von Esa-Pekka Salonen beim Los Angeles Philharmonic Orchestra, mit dem er in der Hollywood Bowl debütierte, und vier Jahre lang als Chef des Norrlands-Opernhauses und -Symphonieorchesters im schwedischen Umeå. Er konzertiert als Gastdirigent mit renommierten Klangkörpern wie dem Russischen Nationalorchester, den Bamberger Symphonikern, dem Leipziger Gewandhausorchester, dem RSO-Berlin, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem BBC National Orchestra, dem Budapest Festival Orchestra, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Orchestre National de France. Er führt dabei Werke der Wiener Klassik ebenso wie große Symphonik der Romantik und des 20. Jahrhunderts sowie Neue Musik (u. a. Werke von Mark-Anthony Turnage, Erkki-Sven Tüür, HK Gruber und Arvo Pärt) auf. Als Operndirigent leitete an der Cincinnati Opera «Nixon in China» von John Adams.

Die New York Times beschrieb Kristjan Järvi als 'echnisch gewandten Dirigenten mit Beweglichkeit, sprühender Bühnenpräsenz, immer mit einem schelmischen Blick, der zu verraten scheint, wie sehr er es genießt, Konventionen zu sprengen.'

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