Hagen Quartett

In seinen interpretatorischen Erwägungen und in seinem ganzen musik-moralischen Auftreten behauptet das Hagen Quartett aus Salzburg seit 24 Jahren einen künstlerischen Weg des couragierten Ausgleichs.

Couragiert, weil es bei der Wahl und Ausarbeitung seines Repertoires einem kollektiven Gewissen gefolgt ist, dem das große Erbe ebenso wesentlich zu sein schien wie die unbequemen Herausforderungen der zeitgenössischen Quartettliteratur. Und couragiert auch insofern, als schon die vier Hagen-Geschwister und Gründungsmitglieder die jeweils anstehenden Fragen der Themensatz- und Werkcharakterisierung mit jenem wissenden Enthusiasmus beantworteten, der unbesorgten Musikanten verdächtig, dem ehrgeizig-verkrampften Spieler unerreichbar ist.

Auf der Grundlage des Erlernten fanden die vier Instrumentalisten � gleichsam aus einem musisch vorgewärmten Familienhaus eines Bratschisten � zu interpretatorischen Schlussfolgerungen, die den bekannten Varianten des Quartettspiels eine entschieden persönliche Wendung verliehen.

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