Quatuor Diotima: Musikfest Berlin 2013
Über die Veranstaltung
Das französische Quatuor Diotima, laut dem Gramophone‐Magazin „eines der fünf Streichquartett‐Ensembles, die man kennen sollte“, stellt die beiden Quartette Janáčeks in den Kontext zweier Kompositionen von Béla Bartók: dem 1927 entstandenen expressionistischen „Streichquartett Nr. 3“ und dem im Folgejahr (also zeitgleich mit Janáčeks zweitem) komponierten vierten Streichquartett, in dem Bartók formal neue Wege beschritt. Ein ebenso abwechslungsreicher wie spannender Beitrag zur zyklischen Aufführung sämtlicher Streichquartette Bartóks beim Musikfest Berlin 2013.
Die zwei Streichquartette Leoš Janáčeks entstanden 1923 beziehungsweise 1928, dem Todesjahr des Komponisten. Beide Werke verließen den Bereich der absoluten Musik, als deren Inbegriff das Streichquartett gattungsgeschichtlich angesehen wurde. Bei der Arbeit an seinem „Streichquartett Nr. 1“ ließ sich Janáček von einer Novelle Leo Tolstois anregen: „Ich hatte die unglückliche, gequälte, geprügelte, erschlagene Frau vor Augen, wie sie der russische Schriftsteller in seinem Buch „Kreutzersonate“ schildert, schrieb der Komponist ein Jahr nach der Beendigung des Werkes.
Janáčeks „Streichquartett Nr. 2“ Intime Briefe hingegen ging nicht aus einem literarischen, sondern einem amourösen Erlebnis des Komponisten hervor: Das Werk ist eine Hommage an die fast vierzig Jahre jüngere, verheiratete Kamila Stösslová, die Janáček bereits 1915 kennengelernt hatte und für die er bis zu seinem Tode eine (unerfüllte) Leidenschaft hegte.
Über den Streichquartettzyklus
In dem Streichquartettzyklus mit dem Emerson String Quartet, dem Quatuor Diotima und dem Philharmonia Quartett Berlin werden die epochemachenden Quartette Bela Bartóks präsentiert, ebenfalls die beiden Streichquartette von Leoš Janáček, dessen „Intime Briefe“ in der selten zu hörenden Fassung mit Viola d’amore aufgeführt werden.
Über das Musikfest Berlin 2013
20 Spitzenorchester, Chöre, Instrumentalensembles des internationalen Musiklebens, 25 Solisten von Weltrang, Dirigenten wie Mariss Jansons, Sir Simon Rattle, Esa‐Pekka Salonen, Daniel Barenboim, Daniele Gatti, Manfred Honeck, Alan Gilbert und viele andere mehr kommen im Rahmen des Musikfest Berlin 2013 zu einem musikalischen Ausnahmeprogramm zusammen.
Veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker erklingt vom 30. August bis 18. September in der Berliner Philharmonie, in deren Kammermusiksaal und im Konzerthaus am Gendarmenmarkt eine Tour d’Horizon durch die musikalische Welt von Komponisten, deren Herkunftsländer politisch als „osteuropäisch“ bezeichnet wurden, geographisch aber das Mitteleuropa bilden.
Einführung 19:00 Uhr