Mahler Chamber Orchestra: Musikfest Berlin 2013

Über die Veranstaltung

Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch – was für eine rätselhafte Freundschaft verband diese beiden Komponisten miteinander! Der weltgewandte, sich trotz seiner mehr oder weniger ungezwungen ausgelebten Homosexualität stets als gesellschaftlicher Außenseiter fühlende Brite und der wortkarge, von Repressionen durch das Sowjetregime eingeschüchterte Russe. Geographische, gesellschaftliche und künstlerische Welten lagen zwischen Britten und Schostakowitsch – von denkbar unterschiedlichen persönlichen Lebenserfahrungen einmal ganz zu schweigen.

Schwul und angepasst zugleich sein wollen, Staatspreise entgegen nehmen und dennoch jederzeit um sein Leben fürchten müssen: Waren es die Brüche in ihren Biographien, die Britten und Schostakowitsch miteinander verbanden? Oder ein gemeinsamer musikalischer Nenner, der – trotz unterschiedlichster künstlerischer Ausformungen – im Bekenntnis zu einer kompositorischen Tradition bestand, die den Hörer nie aus den Augen verlor und die ästhetische Kategorie des Ausdrucks höher wertete als eine auf vermeintliche Fortschrittlichkeit ausgerichtete Schreibweise? Die künstlerischen Berührungspunkte von Britten und Schostakowitsch waren ebenso gezählt wie ihre persönlichen Begegnungen. Dennoch widmete Schostakowitsch dem englischen Kollegen seine in diesem Konzert des Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis erklingende „14. Symphonie“: eine erschütternde Auseinandersetzung mit dem Tod, die in Brittens Kantate „Phaedra“ ein spannendes und ebenso ergreifendes Gegenstück findet.

Über das Musikfest Berlin 2013
20 Spitzenorchester, Chöre, Instrumentalensembles des internationalen Musiklebens, 25 Solisten von Weltrang, Dirigenten wie Mariss Jansons, Sir Simon Rattle, Esa‐Pekka Salonen, Daniel Barenboim, Daniele Gatti, Manfred Honeck, Alan Gilbert und viele andere mehr kommen im Rahmen des Musikfest Berlin 2013 zu einem musikalischen Ausnahmeprogramm zusammen.
Veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker erklingt vom 30. August bis 18. September in der Berliner Philharmonie, in deren Kammermusiksaal und im Konzerthaus am Gendarmenmarkt eine Tour d’Horizon durch die musikalische Welt von Komponisten, deren Herkunftsländer politisch als „osteuropäisch“ bezeichnet wurden, geographisch aber das Mitteleuropa bilden.

Einführung 19:00 Uhr

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