John Cage & Consequences, MaerzMusik 2012

Über die Veranstaltung

Bei MaerzMusik präsentiert das Quartett Arditti Kompositionen, die aus verschiedenen Perspektiven gewissermaßen "Urzellen" einer spezifischen Vorstellung von minimalistischen Klangprozessen darstellen – ob musikalisch, physikalisch, räumlich oder poetisch.

MaerzMusik ist das jährliche Festival für aktuelle Musik der Berliner Festspiele. Etablierte Künstler und junger Nachwuchs aus der ganzen Welt strömen jährlich im März nach Berlin, um ein dichtes Programm mit vielen Uraufführungen und Neuproduktionen – oftmals Auftragswerke von MaerzMusik – zu präsentieren.
 
MaerzMusik reagiert offensiv auf dieses neue Verhältnis zum Klang in der Gesellschaft. Das Festival für aktuelle Musik hebt Grenzen auf zwischen Tradition und Innovation. Mit seinem weiten Spektrum von Orchester‐ und Kammermusik über innovatives Musiktheater bis hin zu experimentellen und medienkünstlerischen Arbeiten bietet es ein faszinierendes und kontrastreiches Panorama der Gegenwartsmusik.

Das Arditti Quartet widmet sich seit seiner Gründung im Jahr 1974 vor allem der Musik des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Viele Komponisten, darunter auch John Cage und seine Weggefährten, haben dem Arditti Quartet ihre Werke anvertraut.

John Cage war so beeindruckt von dem Spiel des Arditti Quartets, dass er mit ihm 1988 u. a. die Umsetzung und Uraufführung der Music for Four für das Cage‐Festival der Wesleyan University erarbeite. Die Partitur besteht aus vier unabhängig voneinander zu spielenden Stimmen, die vollständig notiert sind. Die Musiker bestimmen mit Stoppuhren die zeitlichen Abläufe. Besondere Elemente dieses Werks sind die Verwendung von Mikrotonalität und die räumliche Positionierung der Musiker, die weit entfernt oder voneinander abgewandt sitzen, um die Unabhängigkeit der Stimmen zu unterstützen.
Auch Navigations for Strings (1991) des experimentellen Komponisten Alvin Lucier ist ein dem Arditti Quartet gewidmetes Werk. Das von atmosphärischen Signalen inspirierte Stück besteht aus einer kleinen melodischen Zelle, die sich zu einer Linie verdichtet und sich mikrotonal, gleichsam unhörbar im Klangraum bewegt.
Die Five Small Pieces for String Quartet (1956) von La Monte Young sind die ersten Stücke, die der Komponist in Anlehnung an Anton Webern mit 12‐Ton‐Reihen komponierte. Zugleich zeigen sie die beginnende Entwicklung hin zu Minimalismus und »Dream Chords«.
Minimalistisch, mit nur wenigen zwischen piano und pianissimo lang gehaltenen Tönen und Akkorden, ist auch das Streichquartett (1960) von Terry Jennings, ebenfalls ein eigenständiger Vertreter der Minimal Music.
Auch die Visas (1985/1987), die drei literarisch inspirierten Episoden für Streichquartett des im Januar 2012 verstorbenen italienischen Kontrabassvirtuosen und Komponisten Stefano Scodanibbio, sind Zeugnis einer auf ruhig fortschreitende und mehrdimensionale Klangprozesse konzentrierten minimalistischen Kompositionsweise.

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